Frankfurter Regulierungskonferenz

20. November 2020

In Deutschland wird der Begriff der Regulierung immer sofort mit einem bestimmten Sachgebiet in Zusammenhang gebracht: Umwelt-Regulierung, Plattform-Regulierung, Finanz-Regulierung oder Telekommunikation-Regulierung sind einige Beispiele. Diese sofortige Beziehung zu einer bestimmten regulatorischen Aufgabenstellung versperrt die Sicht auf Anwendung und Bewertung grundlegender Instrumente bevor es überhaupt zu ihrem Einsatz in bestimmten Bereichen mit Regulierungsbedarf kommt.

Regulierung ist letztlich ein Konzept. Wie bei vielen anderen politischen Konzepten, so ist es auch hier schwer, genau zu definieren, was Regulierung abstrakt bedeutet. Es gibt eben unterschiedliche Bedeutungen und diese Bedeutungen haben wiederum damit zu tun, dass sie von unterschiedlichen Personen und unterschiedlichen Interessen nicht gleichmäßig bewertet werden. Regulierung ist heute zudem ein Gegenstand der politischen Auseinandersetzung. Einerseits wird Regulierung als ein Akt der staatlichen Bevormundung heftig kritisiert, andererseits wird Regulierung als ein zentrales Element des staatlichen Schutzes für alle möglichen Formen schützenswerte Güter geradezu eingefordert.

Ziel dieser Tagung ist ein Informationsaustausch zwischen akademischen Protagonisten und Vertretern von Regulierungsbehörden sowie von regulierungsbetroffenen Unternehmen. Eine Verstärkung des Dialogs zwischen den Beteiligten und eine höhere Wahrnehmbarkeit der Diskussion über den hinter einzelnen Regulierungsmaßnahmen stehenden Strategien und Erwartungen erfordert eine bessere Vernetzung der Beteiligten. Möglicherweise kann die Konferenz mit der Unterstützung unserer internationalen Gäste dazu einen Beitrag leisten.

Dies ist eine Online-Veranstaltung. Der Link zum Live Stream wird rechtzeitig vor dem Event per Mail an alle erfolgreich registrierten Gäste gesendet.

Programm - 20. November 2020

09:30   |

Eröffnungsbemerkungen

Prof. Dr. Nils Stieglitz
Präsident der Frankfurt School

09:40   |

Aktuelle Regulierungsthemen und das Konzept des „Frankfurter Zentrums für deutsche und globale Regulierung“

Prof. Dr. h.c. mult. Roland Koch
Frankfurt School, ehemaliger Ministerpräsident des Landes Hessen

10:30   |

Wie erleben Praktiker Regulierung in der Krise – Entwicklung der Corona-Warn-App

Chris Boos
CEO von arago, Frankfurt

11:30   |

Brauchen wir eine Magna Charta des Internets?

Axel Voss MdEP
Koordinator der EVP-Fraktion im Rechtsausschuss, Digitalexperte

12:15   |

Learning from Regulatory Disasters

Prof. Julia Black
London School of Economics

13:00   |

Kaffeepause

13:15   |

Regulierung im Finanzsektor – Banken und Kryptowährungen

Einführung:
Prof. Dr. Philipp Sandner, Head of the Frankfurt School Blockchain Center (FSBC)
Podiumsdiskussion mit:
Dr. Thomas Gstädtner, European Banking Institute (EBI), President of Supervisory Board
Joram Voelklein, Managing Director Koch-Bank, München

14:15   |

Lieferkettengesetz, Verbandshaftung, Corporate Governance – Wie eng wird das Netz der Regulierung für Unternehmen?

Ein Streitgespräch zwischen:
Prof. Dr. Julia Redenius-Hövermann, Frankfurt School
Dr. Ole Schröder, Mitglied des Vorstandes der SCHUFA Holding AG

15:00   |

Regulatorische Antworten auf COVID-19 in Europa – Ausnahmezustand oder Transformativer Wandel?

Einführung:
Prof. Dr. Sandra Eckert, Aarhus Institute of Advanced Studies (AIAS) und Goethe-Universität Frankfurt
Podiumsdiskussion mit:
Dr. Johannes Lindner, EU Institutionen und Foren, Europäische Zentralbank
Prof. Dr. Oliver Budzinski, Technische Universität Ilmenau
Dirk Jäger, Bankenaufsicht und Bilanzierung, Bankenverband

16:00   |

Schlussbemerkungen
Freiheit und ihre Begrenzung – Entscheidungskonflikte in der Politik

Prof. Dr. h.c. mult. Roland Koch
Frankfurt School, ehemaliger Ministerpräsident des Landes Hessen

Kontakt zur Veranstaltung

Fabian Dellermann
Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Email: fabian.dellermann@roland-koch.de